Über die Schwarzen Terrier von Dr. Eugene Tisgelnitsky, M.D., Moskau


Der Schwarze (Russische) Terrier
Die ausgeprägt, kraftvoll erscheinende schwarze Gestalt dieses allround Arbeitshundes ist derzeit in Rußland recht häufig zu sehen. Die Rasse wird mehr und mehr als persönlicher Body-Guard eingesetzt und ist sehr bekannt bei Hundeliebhabern.
Manchmal ist es schwer zu glauben, daß die Schwarzen Terrier erst in den 60er Jahren gezüchtet wurden und zur jüngsten Arbeitshunderasse der Welt gehören.
Dieser Hund ist in Russland bekannt als der Schwarze Terrier oder oftmals einfach "Schwarzer" genannt (Anm.: Tchiorny = russisch Schwarz, somit auch Tchiorny Terrier).
Die Erweiterung "Russischer" kam später hinzu, als Hunde dieser Rasse auch in anderen Ländern des östlichen und westlichen Europas anzutreffen waren.
Dieser Hund, gehört nicht zur Gruppe der Terrier (lt. FCI Pinscher / Schnauzer Gruppe) auch wenn er das Wort Terrier in seinem Namen trägt, denn er hat ein etwas anderes Temperament.

Die Wurzeln dieses stattlichen Tieres liegen in den Kreuzungsarbeit unserer Militärzwinger. Eine Anzahl von großen und bissigen Mischlingen hatte zu Stalins Zeiten in der Armee und unseren Gefängnissen Dienst zu tun.
Über den Schwarzen Terrier zu sprechen ohne die Historie der russischen Militärkynologie zu nennen ist unmöglich. Daher wird dieser Artikel auch ein bißchen länger, aber aus meiner Sicht sicherlich sehr interessant für Leser aus dem Westen, die mit der Historie unserer Arbeitshunde in der Mitte dieses Jahrhunderts wenig vertraut sein dürften.
Darum beginne ich mit einem kurzen Abriß über Gebrauchshundezüchtung in Rußland nach der Revolution und des Bürgerkrieges.
In 1917 - 1923 wurden alle privaten Zwinger ruiniert und 90% der reinrassigen Tiere gingen verloren. Die Mehrheit der Personen, die wußten was bei der Hundezucht zu beachten war, starben oder wanderten aus.
Das neue Regime aber, nachdem es etabliert war, benötigte zwar Gebrauchshunde für Polizei- und Armee-Dienst, hatte aber keine Quelle für solche Tiere und keine qualifizierten Kynologen.
Daher wurde 1924 die Zentrale Armeeschule der Kynologen gegründet.
In seinen Abteilungen waren ausgebildete Profis für Armee-Dienst und Hundezucht in Staatszwingern.
Das größte Zentrum dieses Schulsystems war der "Krasnaya Zvezka" Zwinger ("Roter Stern"). Ein wahrer Gigant im Vergleich zu allen anderen.
Dort hatte man tausende Hunde zu halten und auszubilden, sowie diese für Armee- und Polizei-Dienst zu züchten.
Nach wie vor wird dort gezüchtet, aufgezogen und ausgebildet, jedoch ist die führende Rolle in der Russischen Kynologie nicht mehr so dominant als noch vor 30 bis 50 Jahren.

In den 30er Jahren benötigen Stalins Gefängnisse und das in Schach halten einer schnell wachsenden Anzahl militärischer Gegner, Horden vierpfotiger Manstopper.
Wie auch immer, die Armee- und Gulag-Zwinger waren nicht in der Lage genügend reinrassige Tiere zu züchten.
Ein Grund manch unkontrollierter Kreuzungen (von Rassen) war, daß der verantwortliche Offizier sich nicht wirklich verantwortlich fühlte und häufig schlecht ausgebildet war.
Die Umstände für die Hunde waren schlecht - viele Hündinnen gingen für die Zucht verloren.
Rassekreuzungen brachten so den sogenannten "Ruskar" (Abkürzung für "Russkaya Karaulnaya" = Russischer Wachhund) hervor.
Ruskar bedeutete jedes Kreuzungsprodukt zwischen großen, aggressiven Hunden mit den Fähigkeiten eines Wach- oder Schutzhundes.
Die Mehrzahl dieser Hunde war langhaarig und vor unseren Wintern ausgezeichnet geschützt.
Gut für nicht anderes als wachen, war diese Sorte Hunde nicht bekannt für besondere Arbeitsfähigkeiten, die sie ihren Nachkommen vererben konnten.
Darum benötigten die Militärkynologen immer noch reinrassige Arbeitshunde für spezielle Aufgaben.
Vor dem zweiten Weltkrieg befanden sich in "Krasnaya Zwezka" Osteuropäische- (Siehe Anmerkung), Kaukasische-, Mittel-Asiatische-, Mongolische- und Südrussische-Schäferhunde, Airedale Terriers, Collies und auch Rassen die selten für die Arbeit mit Hunden eingesetzt werden, wie die Große Dänische Dogge, Bernhardiner und Neufundländer.
Nach dem zweiten Weltkrieg brachten unsere Soldaten Riesenschnauzer und Rottweiler als Trophäen mit und hier kommen wir nah an den Ausgangspunkt des Schwarzen (Russichen) Terriers.

Anmerkung: Einige westliche Artikel nutzen falsche Informationen über den Ost-Europäischen Schäferhund.
In Wirklichkeit waren es Altdeutsche Schäferhunde die in die russische Züchtung vor dem ersten Weltkrieg eingebracht wurden.
Diese Rasse existierte hauptsächlich in Zentralrussland, verbreitete sich aber später auch in andere Gegenden.
Der Typus der Rasse änderte sich und der Ost-Europäische Schäferhund wurde größer mit mehr Knochenbau und Substanz.
Diese Rasse ist in Russland registriert und hat einen offiziellen Standard. Bekannt sind seine guten Arbeitsfähigkeiten.

In den frühen 50ern wurde einer Gruppe von Armeekynologen unter der Führung von Oberst Medvedev der Auftrag gegeben einen neuen Arbeitshund als "Super-Manstopper" zu züchten.
Passend für den Dienst unter allen möglichen klimatischen Bedingungen - eine Spezifikation die sehr eng an Forderungen für den Dienst in Gulags angelehnt war.
Der Leser sollte bedenken, daß diese Forderung sehr nah an den Hauptideen der offiziellen Ideologie lag. Auch Kynologie kann sich nicht von der streng führenden russichen Ideologie ausnehmen.

Der erste Zuchtabschnitt des Schwarzen Russichen Terriers bestand aus den Kreuzungen Riesenschnauzer X Airedale Terrier und Riesenschnauzer X Rottweiler.
Würfe wurden als Linienzucht weiter gezüchtet.
Im zweiten Abschnitt wurden einige Hunde des ersten Abschnitts mit den sogenannten "Moscow Divers" gekreuzt.
Diese waren Kreuzungen zwischen Neufundländern, Kaukasischen- und Ost-Europäischen Schäferhunden.
Es waren Arbeitshunde mit dem Erscheinungsbild eines schlecht geformten Neufundländers mit dem Temperament eines schlechten Kaukasischen Schäferhundes.
Sie wurden, wie der Schwarze Terrier als große Wachkreatur gezüchtet.
Der Typ war schwer einzuführen und in den frühen 60ern wurde diese Rasse als "nicht verwendbar" aus dem Zuchtprogramm genommen.
Einige Moscow Divers wurden ab und zu in den Zwingern für Kreuzungen mit Kaukasischen Schäferhunden und Moscow Watchdogs für die Nachkriegswiederherstellung der Rasse der Neufundländer benutzt, als auch für die Zucht der Schwarzen Terrier.

Eine weitere "nicht verwendbare" Rasse mit gleicher Historie war die Moskau Dogge ( Dänische Dogge X Europäischem Schäferhund) dessen Nachkomme mit einer Rottweiler Hündin gekreuzt wurden.
Der sich ergebende Wurf wurde in das Zuchtprogramm des Schwarzen Russischen Terriers verwendet.

Zusammengefaßt kann ich sagen, daß die Schwarzen Russischen Terrier aus 30% Riesenschnauzer, 30% Airedale Terrier, 30% Rottweiler und die verbleibenden 10% sind die Kombination aus Neufundländer, Kaukasischer- und Europäischer Schäferhund und der Dänischen Dogge.

Die ersten Schwarzen Terrier wurden nicht nur als Wachhunde in Gefängnissen eingesetzt, sondern auch als Allround Armee- und Polizei-Hunde.
Eingesetzt im fernen Norden als auch im fernen Süden Russlands, mußten sie demzufolge große Adaptionsfähigkeiten an jede Klimatische Bedingung als auch sehr hohe Anforderungen an ihre "Verfügbarkeit" beweisen.
Schwarze wurden auch erfolgreich als Schlittenhunde eingesetzt, natürlich nicht so erfolgreich wie Huskies und andere "Schlitten-Profis", dennoch besser als einige andere Arbeitshundrassen.
Ein paar Vertreter der Rasse wurden als Treib- und Hütehunde in der Landwirtschaft eingesetzt.
Insgesamt zeigen diese Beispiele doch, unter welchen vielfältigen Bedingungen Schwarze Terrier eingesetzt werden können, die normalerweise andere, spezialisiertere Rassen bedingen.

Die Frage stellt sich, warum der Schwarze, mit seinen großen Arbeitsfähigkeiten, seiner Stärke und Courage seine Armee-Karriere aufgab, für die Vorzüge des häuslichen Lebens ?
Dies ist eine interessante Frage und ich versuche sie zu beantworten.

Zuerst benötigt der Schwarze Terrier regelmäßige Pflege, speziell der alte Drahthaar-Typ, der getrimmt werden muß.
Dies ist - um ehrlich zu sein - nicht die beste Qualifikation für Armee-Hunde die in Zwingern leben und von denen minimaler Pflegeaufwand erwartet wird.
Als nächstes wird dieser Hund nur langsam Erwachsen, was die Aufzucht und die Ausbildung etwas teurer macht als die der Osteuropäischen Schäferhunde oder Asiatischen-, die die gleichen Aufgaben erfüllen.
Außerdem scheint es, daß der Schwarze mehr menschlichen Kontakt braucht als die Bergschäferhunde, die traditionell alle Wach-Aufgaben in unseren Diensten (Armee, Polizei) übernehmen.
Zuletzt aber das wichtigste Ereignis, die die Zukunft des Schwarzen maßgeblich beeinflußt hat: Dies war die "All Russian Dog Championship Show" 1957. Es waren 43 Schwarze Terrier zu sehen und diese zogen das Interesse privater Hundeliebhaber von Moskau und St. Petersburg auf sich.
Zur gleichen Zeit starb Stalin und einige Gefängnisse wurden geschlossen, was Militärzwingern erlaubte, Würfe an Privatleute zu verkaufen.

Die Aussage, daß die ersten Schwarzen nur einige Unterschiede zu den heutigen Hunden haben - stimmt nicht.
Die Unterschiede waren äußerst stark, sowohl physisch als auch im Temperament. Tatsächlich war die Rasse noch instabil.
Hunde in den 60ern und 70ern waren größer und hatten manchmal einen stärkeren Knochenbau.
In Bezug auf den ersten Standard (anerkannt in Rußland 1979 als wir 4332 registrierte Schwarze hatten) hatten diese ein hartes Drahthaar, während ein weicheres, längeres Fell als Fehler gesehen wurde.
Im Vergleich mit den modernen Show-Hunden sahen die Show-Hunde 1970 gewöhnlich, mit rauhem, "buschigem" Ausdruck aus.Ausgewogenes Temperament war ebenfalls nicht eine der Stärken der ersten Schwarzen. Diese waren zu scharf für den normalen Besitzer.
Wie auch immer, die Mehrzahl der Schwarzen Terrier mußte in Wohnungen leben und darum wählten die Züchter den neuen Typ zum Fortbestand der Rasse aus, der für die moderne Art des Lebens besser geeignet war.
(Anm. des Übersetzers: In Rußland werden in 35qm - also sehr kleinen Wohnungen - häufig Dänische Doggen gezüchtet. Unvorstellbar für Deutschland. Schwarze Terrier sollten nicht in kleinen Wohnungen - aber auch nicht in Zwingern gehalten werden, Haus mit Garten ist das Richtige!!)

Der Rassecharakter änderte sich, da die Hunde nun für Intelligenz, Lernfähigkeit, Disziplin und Loyalität gegenüber Ihren Besitzern gezüchtet wurden.
Der moderne Hund ist vom Temperament her unverdorben und macht ihn zu einem liebevollen und anhänglichen Haustier, voll von Disziplin, hervorragend im Umgang mit Kindern aber dennoch in der Lage einen Fremden oder einen Eindringling zu stellen.
Diese Eigenschaften machen den Schwarzen zu einem exzellenten Familienhund aber nicht unbedingt geeignet für ein Zuhause wo Fremde ein- und ausgehen.

Typische Vertreter der Rasse sind nicht bekannt für Dominanz und sind auch geeignet für den verantwortlichen Hundebesitzer Anfänger (Siehe Anmerkung).
Einige Rüden können Probleme machen, aber der Prozentsatz dieser ist nicht höher als der bei Riesenschnauzern und geringer als bei Rottweilern.

Der Schwarze ist nicht bekannt als Kämpfer und wird normalerweise nie andere Hunde zuerst zum Kampf herausfordern.
Auf dem Bürgersteig verhält sich der Schwarze wie ein Gentleman und manchmal kann man sie in Moskau neben ihren Besitzern ohne Leine - bei Fuß - herlaufen sehen.
Dieser Hund kann aber auch extrem schnell, hart und wütend in gefährlichen Situationen und auf Befehl agieren.
Zu Hause mag die Mehrzahl der Schwarzen keine Besucher, sie zeigen starke Wach- und Schutzinstinkte und brauchen sorgfältige und gleichmäßige Sozialisierung in der Junghundphase
Es muß besonders herausgestellt werden, daß diese Hunde unter normalen Umständen Fremde an sich heranlassen (z.B. auf der Straße) aber einige Erziehungsanstrengungen brauchen, um eine Karriere als Ausstellung-Hund zu beginnen, weil sie nicht so einfach von Fremden geführt, von Richtern berührt oder von Zuschauern gestreichelt werden möchten.

Nochmals, frühe Sozialisierung und sorgfältiges Ausstellungstraining sind wichtig, insbesondere für Hunde die in Zwingern (siehe Anmerkung) leben, wobei Hunde die im Haus gehalten werden einfacher im Ausstellungsring handzuhaben sind.
(Anm. d. Übersetzers: Viele Züchter lehnen Zwingerhaltung konsequent ab und verkaufen diesen Interessenten keine Hunde, da sich u.U. die Hunde gegen den Besitzer wenden können, wenn Sie nicht genügend Aufmerksamkeit bekommen !!
Im übrigen sei erwähnt, daß in Osteuropäischen Ländern Schwarze Terrier häufig mit Maulkorb im Ring zu sehen sind und nicht von den Richtern angefasst werden !!)

Jedes Training für Wach- und Schutzdienst bei nicht ausgewachsenen Hunden sollte unterbleiben bis sie 1 1/2 - 2 Jahre alt sind.
Jedes Training sollte nur unter Berücksichtigung auf das langsame Erwachsenwerden dieser Rasse erfolgen.

Im Haus ist der Schwarze Terrier ruhig und nicht zu aktiv für seine Größe, Stärke und Beweglichkeit.
In Rußland ist die Rasse bekannt als "Großer Hund für das kleine Appartement" und das scheint wahr zu sein
.

Der Schwarze ist immer mutig, selbstbewußt und vertrauenswürdig. Schüchternheit ist bei dieser Rasse extrem selten (Ich habe nicht einen einzigen gesehen !).
Unter Bauern wird dieser Hund immer bekannter als Wachhund. Er ist schwarz, schwer in der Dunkelheit zu sehen, schnell und leise wie ein Geist. Darum hat selbst ein bewaffneter Eindringling wenig Chancen sich darauf einzurichten, 50Kg Wachhund mit stahlharten Muskeln anzutreffen, der ihn am Boden festnagelt und die Ankunft seines Besitzers erwartet.
Die Hunde sind auf das Wachen in großen offenen Gebieten ausgeprägt, extrem wachsam und es ist unbekannt, daß sie Menschen außerhalb des Objekts (Territorium) oder Vieh anfallen.

Der Weg der Rasse von den wütenden Manstopper der 50er Jahre war nicht einfach und die Rasse ist nicht frei von Problemen.
Doch die schnell wachsende Popularität des Schwarzen Terriers ist die beste Empfehlung für Ihren Charakter.
Das Erscheinungsbild des modernen Hundes ist auch attraktiver als der typische Vertreter der ersten Hunde dieser Rasse.
In Rußland ist die Rasse in vielen unterschiedlichen Klubs registriert und es gibt keine zentrale Organisation die über die Zucht wacht.

Es gibt bei uns zwei Haupttypen des Schwarzen Terriers - die altbekannte Drahthaar Variante (ebenfalls bekannt bei den Rasseliebhabern als der "Kurzhaar-Schwarze") und die moderne Langhaar Variante mit weicherem, welligen Haar.
Sein Haar muß auch befriedigend den Hund vor Wasser schützen und sollte "rauh" sein - weich oder gelockt ist höchst unerwünscht und stellt einen Fehler dar.
Diese zwei Varianten können entweder gekreuzt oder separat gezüchtet werden.
Die Mehrzahl der Ausstellungs-Champions sind Langhaar-Varianten, dennoch existieren beide in unseren Zuchtprogrammen.

Der "alte" Typ mit seinem dichten, drahtigen Haar benötigt Trimmen wie Riesenschnauzer, er ist häufig größer als die modernen Hunde (manchmal bis 80cm Schulterhöhe), hat einen stärkeren Knochenbau und mehr Substanz. Das Fell ist kürzer und könnte nicht auf Ausstellungen bestehen, dennoch benutzen eine Züchter diese Hunde zur Zucht auf Grund ihrer exzellenten Knochen- und Körperqualität.
Die Erscheinung des modernen Hundes ähnelt natürlich dem alten Typ, allerdings ist das Haar lang, dicht, sehr "reich", wellig mit viel Unterwolle und das "Schmuckhaar" ist gut entwickelt.

Ein guter Vertreter der Rasse muß die große Kraft, Substanz und Beweglichkeit ausdrücken.
Der Hund ist von quadratischem Körperbau, breit, mit tiefer Brust, dabei ausgewogen.
Hunde mit langem Körper, unausgewogene oder zu kurze Hunde sind unerwünscht und müssen aus der Zucht ausscheiden.
Beide Varianten müssen einen dichten und "reichen" Bart und Wangenbehaarung haben, gut entwickeltes Schmuckhaar in Nacken, Schulter und an den Beinen.
In Bezug auf den Standard, hatten Hunde in der vergangenen Zeit aufstrebendes Haar an den Augenbrauen, aber moderne Züchter mögen dies nicht und solche Hunde sind auch nicht die Spitzenreiter auf Ausstellungen.
Hunde ohne dekoratives Haar, Bart oder Schnäuzer werden auf Ausstellungen disqualifiziert.
Laut dem offiziellen Standard, ist die Farbe rein schwarz oder schwarz mit einigen silbernen Haaren über den gesamten Körper verteilt.
Alle anderen Farben bedeuten eine Disqualifizierung.
Neuerdings, als ein Experiment, haben einige Klubs Blutlinien in den Farben Silbergrau oder "Pfeffer und Salz". Die Züchter wissen allerdings nicht, was sie mit solchen Tieren anfangen sollen. Hauptsächlich sind diese Tiere im Club Harmony in Moskau registriert und in einigen Arbeits-Zwingern - welche ausschließlich Arbeits- keine Ausstellungshunde züchten.
Diese Hunde sind manchmal sehr attraktiv und wunderschön, weshalb viele Leute ihnen Sympathie entgegenbringen. Es sind seltene Tiere aber vom Rassestandard her nicht erwünscht. Aus diesem Grund können sie auf einer Vielzahl von Ausstellungen nicht gezeigt werden.
Privat gesprochen, ich habe einige dieser "Silbernen Giganten" gesehen und glaube, daß diese unübliche Variante wirklich seine eigene Schönheit hat.
Vielleicht finden Züchter in der Zukunft eine Übereinkunft ob dieser Farbvariation, ohne den Rassenamen "Schwarzer Terrier" ad absurdum zu führen.

Ein paar Worte über Höhe und Größe.
Das offizielle Maß für die Größe der Rüden ist 66-72 cm und 64-70cm für Hündinnen, wobei aber die Balance des Körperbaus und die Gesundheit an erster Stelle stehen müssen.
Größere Hunde sind sehr attraktiv, aber der Schwarze Terrier sollt nicht nur hoch sein, er muß auch Gewicht und Substanz besitzen.

Züchter und Hundehalter bevorzugen manchmal kräftigere Tiere aber es ist schwierig in einem Hund Höhe, Substanz und Gesundheit zu halten. Daher ist die durchschnittliche Höhe der heutigen Show-Champions etwa 71-72 cm. Größere Schwarze zeigen oft auch einen falschen Bewegungsablauf
Die Bewegung des Schwarzen Terriers zeigt Kraft und Elastizität, welches extrem notwendig für eine Kreatur dieser Größe und Gewicht ist.
Er bewegt sich frei, ist in der Lage hoch zu springen, schnell die Geschwindigkeit zu verändern und sich auf wenigen Zentimetern zu drehen.
Ihm zu eigen ist ein typischer Gang, das Trotten und der schnelle Galopp mit guter Elastizität auf der Oberlinie und einer Menge Schub.

Der Kopf sollte lang sein, und moderat breit. Die Oberlinien des Schädels und Schnauze sind parallel und gerade. Der Stop ist leicht angedeutet, Ohren dreieckig und recht hoch angesetzt, eng an den Wangen anliegend und hängen nicht schlaff herunter.
Die Augen sind von moderater Größe, oval und dunkel.

Des Schwarzen Zähne werden im Standard als groß, weiß, ebenreihig mit Scherengebiß beschrieben.
Allerdings ist der Biß das größte Problem bei moderner Zucht, denn in der Ahnenreihe dieser Rasse waren viele Rassen, die Zahnprobleme hatten (siehe Anmerkung).
Die kleinen Schneidezähne sind oft nicht in einer Reihe - einige Quellen geben an, daß dieser Fehler auf vielen Hundeausstellungen beobachtet werden kann.
(Anmerkung des Übersetzers: M.E. ist HD ein viel größeres Problem in den Osteuropäischen Staaten, da dort weder ein zentrales Register existiert, noch HD-Röntgen stattfindet.
Außerdem dürften die verwendeten Rassen neben der Zahnfehlstellung auch ein großes vererbliches HD-Potential ausweisen. Mit schiefen Zähnen kann ein Hund problemlos alt werden - wenn auch nicht ausgestellt - mit HD bekommt er im Alter große Schmerzen !!)

Züchter nehmen sich diesem Umstand zusammen mit der Kopfqualität an, aber bewerten dies nicht zu hart. Rückbiß tritt öfter auf und ist ein schlimmerer Fehler, der nur dann übergangen wird, wenn die Kopfqualität stimmt.

Die Nase ist immer schwarz
Der Nacken ist eher lang und kräftig, sein Winkel mit der Rückenlinie beträgt 40-50°.
Die Schultern sollten betont und die Rückenlinie kräftig, lang und gleichmäßig sein.
Die Front is gut entwickelt und die Brust tief. Vorder- und Hinterbeine sind gut gewinkelt mit stark entwickelten Muskeln und sollten parallel sein, sowohl in der Sicht von vorn als auch von hinten.
Der Schwanz ist kupiert (3-4 Wirbel verbleiben), kurz und hoch angesetzt.

Die größten Probleme dieser Rasse sind weiße Fellflecken, das Erscheinungsbild eines Neufundländers (langer Körper, Fehlen von Bart und Moustache sowie große, herunter hängende Ohren), ungleichmäßige Bewegungen und rassiges Erscheinungsbild. Letztgenanntes ist schwerwiegend, weil "rassige" Hunde auf Ausstellungen mehr Chancen haben.
Einige Züchter haben bereits eine Anzahl "falscher" Hunde gezüchtet.
Es ist wichtig sich daran zu erinnern, daß der Schwarze Russische Terrier weder ein großer Kerry Blue Terrier oder ein Bouvier des Flandres ist
. Einige Leute, speziell die welche keine Erfahrungen mit dieser Rasse haben vergessen häufig den Unterschied zwischen "Blackie" und solch sehr bekannten Showsiegern wie Schnauzer und Bouviers.
Die Mode hilft ihnen dabei, diese Fehler zu machen und aus diesem Grund ist die Beachtung der Unterschiede so wichtig.

Im Vergleich mit "Blackie" ist der Bouvier kompakter und schwerer mit einem breiteren Schädel, kürzerer Schnauze welche einen betonteren Stop und Augenbrauen aufweist.
Die Wangen sind flach während die des "Blackies" mehr gerundet sind.
Der Bouvier scheint als hätte er kürzere Läufe, Nacken und Schulterblätter sind niedriger als die des Schwarzen.
Ein Schwarzer hat niemals Wolfskrallen.

Der Riesenschnauzer zum anderen, hat einen kompakteren Schädel, einen hervorstehenderen Hinterkopf und im Ganzen ist die Konformität mehr "trocken" und "rassig".
Außerdem erscheint der Schnauzer als wäre er größer, mit einem längeren Nacken und einem klarerem Umriß.

Wenn wir den Bouvier als den "Schwerathleten" und den Riesenschnauzer als "Läufer" betrachten, würde der Schwarze in der Mitte angesiedelt werden und erscheint als "Allround Sportler", geeignet für einen guten Lauf und für das Ziehen von Lasten.
Seine Konformität sollte also bestmöglich die Bezeichnung "Arbeitshund" treffen.
Moderne Züchter müssen verstehen, daß der Schwarze in erster Linie ein Gebrauchshund ist und erst in zweiter Linie ein Show-Star oder etwas anderes.

Der Author möchte dem Mediziner Dr. Ian Peter Collins in England danken, der mir half den Artikel auf Fehler zu kontrollieren, welcher (für mich) in einer fremden Sprache geschrieben wurde.

Dr. Eugene Tisgelnitsky, M.D., Moskau

(Anm. des Übersetzers: Nichts ist schwerer einen Artikel zu übersetzen der in einer für den Autor fremden Sprache geschrieben wurde, in einer für den Übersetzer fremden Sprache - Englisch - und die von beiden Seiten verwendeten Wörterbücher anscheinend nicht aus dem selben Verlag stammen.
Ich habe mich daher nicht an die Wortgetreue Übersetzung gehalten sondern eher Sinngemäß übersetzt ohne den Gehalt wesentlich zu verändern.)


Bericht erschienen im Rasseheft des KFT - "Der Terrier" Ausgabe 9/1997.


ZURUECK