Weltsiegerschau 2000


Wir kamen heil ca. um 8:00 Uhr in Mailand an.( Anmerkung ein ganz toller, stilvolle, alter und super sauberer Bahnhof. Deutsche Hauptbahnhöfe können bei weitem hier nicht mit halten !! )
Vom Bahnhof aus machten wir uns auf die Suche nach der U- Bahn Station und fanden diese tatsächlich. ( Kleine Anmerkung, U- Bahn fahren ist in Mailand spottbillig )
Nachdem wir mit Händen und Füssen beim Schaffner klar gemacht hatten wohin wir wollen und dieser wiederum ebeso mit Händen und Füssen erklärt hatte wo wir umsteigen müssen, sind wir tatsächlich heil angekommen.
Noch 10 Minuten Fußmarsch und die Halle lag vor uns.

Eine phantastische Halle !! Oval aufgebaut säumten das Obergeschoß Restaurants, die verschiedene Länder repräsentierten. Mittig war ein toller Ausblick nach unten, zum Ausstellungsgeschehen.
Die Ringe waren grosszügig und der Boden zum Laufen bestens geeignet.

Nachdem wir uns bis zum "Russenring" durchgekämpft hatten, schlugen wir uns zunächst einmal in die heimatliche Ecke zu Frau Kerstin Höpfner ( Zwinger Independence ) durch und nisteten uns dort ein.
Frau Höpfner war schon seit Tagen mit ihren ganzen Hunden mit dem Wohnmobil unterwegs ( das kommt davon, wenn man gleich drei Hunde ausstellt ), was uns hier sehr gelegen kam, denn Stühle waren für uns schon reserviert, die Halle war klimatisiert, der Spaß konnte beginnen !!
Nachdem wir zur Ruhe gekommen waren entdeckten wir auch bald viele Bekannte, natürlich auch aus Deutschland.
Da war zum Zuschauen Frau Bärbel Rosenbaum und weiter zum Ausstellen Herr Dieter Stachowiak ( Zwinger vom Amur ), sowie Daniela Streibel, um die Deutsche Fahne hoch zu halten .

Was gibt es nun zu den Hunden und zum Richten zu sagen ?

Fangen wir mit den Hunden an.
Einfach phantastische Hunde waren dort zu sehen. Zum allergrössten Teil sehr viel grösser und sehr viel knochenstärker als unsere Hunde.
Mit Abstand am meisten imponierten die Hunde der iz Chernoj Staj und iz Russkoi Dinastii Linien, die nicht nur durch ihre großgewachsene, äusserst kraftvolle Gestalt bestachen, sondern zudem auch noch durch einen phantastischen, harmonischen Körperbau und ein Gangwerk als würden sie über den Boden schweben.
Vor allem die Weltsiegerhündin Ljalja Chernaja Olex iz Chernoj Staj und der Weltsiergerrüde Kris, sowie der Zweitplazierte Jashka Malahovskiy iz Russkoi Dinastii und dessen Tochter Nord Praid Primadonna Malahovskaya ließen einen ohne Übertreibung in Begeisterungsstürme ausbrechen, als sie durch den Ring schwebten. Das war schon ein Anblick, den man nicht so schnell vergisst.
Ich kannte diese Hunde schon von vielen Fotos und Videoaufnahmen her, diese konnten jedoch nicht annähernd den phantastischen Anblick wieder geben, der mir dort geboten wurde.
Alleine diese Hunde life zu sehen waren diese Reise wert.

Was mich persönlich sehr gewundert hat war die Tatsache, dass keiner der aus Rußland nach Deutschland importierten Hunde ( auch der jüngsten Zeit und auch aus bekannten, erfolgreichen Linien ) die ich kenne auch nur annähernd an die Grösse oder Knochenstärke der hier gezeigten Hunde heran kommen kann.

Was mich sehr erstaunt hat ist die Tatsache, dass keiner der Russischen Hunde oder der aus den anderen vertretenen Ländern nach dem eigentlichen, russischen Standart getrimmt waren und auch nicht die standartgerechte Haarqualität aufwiesen.
Es war sehr deutlich zu sehen, dass diese Hunde nicht mit dem Trimmesser getrimmt werden um das harte, rauhe Haar zu erhalten, welches laut Standart gewünscht ist, sondern mit der Schere in Form geschnitten wurden, wie es z.B. beim Pudel üblich ist.
Da wird der Hund gebadet, gegen den Strich gefönt und anschließend alle überstehenden Haare sauberst in Form geschnitten. Die Frisuren sind auch dem des Pudels sehr ähnlich, nähmlich mit puschigen Hosen bis über die Hüften und puschig betonter Vorderbrust, Rippenbogen und Unterbrust.
Diese völlig andere Art des Zurechtmachens ist ein erheblicher Grund mit, warum deutsche Hunde hier nie eine Chance auf einen der vorderen Plätze hätten.
Durch unser Austrimmen der Unterwolle und den Verzicht auf das in Form schneiden sehen unsere Hunde im Vergleich geradezu struppig und ungepflegt aus.
Mich wundert allerdings, dass die Züchter aus dem Heimatland und auch die Richter hier so komplett gegen den eigenen Standart arbeiten.

Positiv überrascht war ich von der Tatsache, dass der Richter ( Herr Eugene Yerusalymski - RU ) sehr auf Fehlstellungen der Zähne geachtet hat. Das ist normalerweise bei Richtern aus dem Ostblock auch nicht üblich.
Die Zahl der Hunde, die wegen Zahnfehlern disqualifiziert wurden war sehr erheblich.

Bei einer Meldezahl von 108 Schwarzen Terriern dauerte das Richten auch tatsächlich den ganzen Tag lang.
Es wurde im Laufe der Zeit immer schwieriger sich auf die einzelnen Hunde ganz genau zu konzentrieren und deren Vorzüge und Fehler noch alle genau zu bemerken.

Was bei dieser enormen Zahl der gemeldeten Russen sehr angenehm auffiel war das Klima unter den Ausstellern und unter den Hunden den ganzen langen Tag über.
Zwischen den Ausstellern aller Länder herrschte eine freundliche Stimmung, sowie allseits auch Interesse an den Hunden aus den verschiedenen anderen Ländern also auch an den Hunden andere Besitzer, nicht nur an den eigenen.
Auch die Hunde untereinander verhielten sich erstaunlich friedlich. Die verbreitete Meinung, die noch aus dem Heimatland der Rasse stammen Hunde würden ein grösseres Aggressionspotential mit bringen zeigte sich hier auf keinen Fall bestätigt.
Sogar die Rüden verhielten sich untereinander völlig aggressionslos, was bei dieser großen Anzahl auf doch recht engem Raum nicht selbstverständlich war.
Mit allem was dazu gehört kann man die Ausstellung als komplett gelungen und den Ablauf als phantastisch harmonisch dokumentieren.

Auf jeden Fall aber war Mailand eine Reise wert und wir kamen in den Genuss uns sehr viele Schwarze Terrier genau anzusehen und uns so ein Bild von der Zucht in anderen Ländern machen zu können.
Vertreten waren unter anderem Hunde aus Russland, Italien, Amerika, Polen, Deutschland, Fankreich und Holland. Das war schon recht aussagekräftig.

Bei meinen persönlichen Bemühungen um einen geigneten Deckrüden für meine Anuschka musste ich mich leider wieder einmal davon überzeugen, dass das mit dem Röntgen auf HD in den meisten anderen Ländern noch immer nicht weit her ist.
Gern hätte ich einmal einen dieser phantastischen Rüden eingesetzt, jedoch ist kaum einer von ihnen geröntgt und die Besitzer sehen hierin auch offensichtlich keine Notwendigkeit.
Das aber nur so nebenbei.




Die beiden Weltsieger

links ----- Weltsiegerrüde KRIS

rechts ---- Weltsiegerhündin LJALJA CHERNAJA OLEX IZ RUSSKOJ DINASTII



Vielen Dank Herrn Günter Pose für das zur Verfügung stellen des Fotomaterials.
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© 20.12.1999 by sylvia sälzer. email: sylvia.saelzer@vom-aralsee.de